Wie lange sollte ein Blogartikel sein?

Wie lange sollte ein Blogartikel sein?

Gestern wurde mir von einer Facebook-Abonnentin folgende Frage gestellt: Wie lange sollte ein Blogartikel sein? Vorab finde ich es schon einmal gut, wenn man einen Blog oder ein Magazin betreibt, eigentlich sollte jede Firmen-Website über einen Blog verfügen.

Ein Blog dient dazu Mehrwerte für die Leser zu schaffen und einer Website Tiefgang zu verleihen. Außerdem ist es ein tolles Mittel, um sich als Experte zu positionieren und bei Google organisch für Longtail-Keywords zu ranken. Übrigens gute Artikel werden auch gerne verlinkt, der Blog ist somit auch einer der Hauptlieferanten für Backlinks.

In der Vorbereitung zu einem Blogartikel stellt man sich häufig folgende Fragen:

    • Welches Themen will ich behandeln?
    • Mit welchen Keywords habe ich die besten Chance bei Google zu ranken?
    • Welche Art von Artikel sollte ich wählen, um das Thema meinen Lesern am besten näher zu bringen?
  • Wie lange muss der Artikel sein, um einerseits interessant und andererseits informativ zu sein?

Im heutigen Beitrag werde ich auf die letzte Fragestellung eingehen: “Wie lange sollte ein Blogartikel sein?”  Zudem werde ich dir die Unterschiede zwischen kurzen  und langen Artikeln erläutern und dir verraten, welche Form ich bevorzuge.

Wo liegen die Unterschiede zwischen kurzen und lange Blogartikel?

Kurze Blogartikel

Kurzartikel sind, wie der Name schon sagt, kürzer und daher auf den ersten Blick einfacher und schneller zu erstellen. Damit auch kürzere Artikel für Suchmaschinen relevant bleiben sollten sie aus mindestens 300 Wörtern (ich empfehle dir 500 Wörter) bestehen. Vielleicht wirkt das auf dich jetzt viel, aber diese Anzahl ist absolut notwendig!

Alles was kürzer ist, ist vergebene Liebesmühe. In der Regel reicht dieser Wert nicht aus, um ein bestimmtes Thema so zu behandel, dass es nachvollziehbar wird und Mehrwert generiert. Daher haben Kurzartikel in der Regel zwischen 500-700 Wörter.

Wenn du bisher schon versucht hast hochwertige Inhalte zu liefern, so wirst du bestimmt gemerkt haben, dass 500 – 700 Wörter rasch getippt sind. Die Kunst bei Kurzartikeln besteht also darin die Botschaft auf den Punkt zu bringen.

Lange Blogartikel

Von langen Artikeln spricht man in der Regel, dann wenn eine Anzahl von ungefähr 1.500 – 2.000 Wörtern erreicht wird. Allein schon wegen der Länge dieser Blogartikel erfordern sie mehr Aufwand und Zeit. Aber auch der Anspruch an Detailgrad der Inhalte ist in der Regel wesentlich höher. Die Nutzer erwarten sich von langen Artikeln sehr tiefgreifende und abwechslungsreiche Informationen. Solche Beiträge müssen deine Besucher in allen Bereichen des Beitrags an der Stange halte.

Welche Faktoren spielen eine Rolle?

Die Entscheidung, ob dein Artikel kurz gehalten, oder ausführlicher werden soll hängt von mehreren Faktoren ab. Aus meiner Sicht sind aber zwei davon wichtiger wie alle anderen:

    1. Wer ist deine Zielgruppe & welchen Bedarf hat sie?
  1. welchen Mehrwert kannst du liefern?

Diese beiden Faktoren sollten IMMER berücksichtigt werden. Meiner Meinung stützt sich der Erfolg jedes Geschäfts,online wie offline, auf diese Fragestellung: Wer ist die Zielgruppe, was braucht sie und wie kann ich diesen Bedarf bestmöglich bedienen?

Deine Zielgruppe

Das Wichtigste ist immer deine Zielgruppe! Denn das sind jene Menschen, die du begeistern willst und die anschließend bei dir kaufen sollen. Ihre Bedürfnisse und ihr Verhalten sollten im Zentrum deines Tuns stehen. Überlege dir deshalb, welche Art von Beziehung du zu deiner Zielgruppe hast/willst, was sie von dir erwartet bzw. wie du das Leben dieser Menschen positiv beeinflussen kannst? Folgenden Fragen werden dir dabei helfen:

    • Wie interessiert sind deine Kunden an dem was du bietest?
    • Welche Fragen/ Probleme haben die potenziellen Leser in Bezug auf das Thema?
    • Inwieweit kannst du mit deinem Thema Leser emotional erreichen?
    • Ist es möglich Identifikationspotenzial zu stiften?
    • Welche Arten von Inhalten haben in der Vergangenheit am besten funktioniert?
  • Wie nähert sich die Konkurrenz dem Thema und was kannst du besser machen?

Du kannst noch so viel Energie in kurze, oder lange Artikel investieren, wenn du den Geschmack deiner Zielgruppe nicht triffst wird kein Hahn danach krähen. Im besten Fall sind deine Inhalte für die Zielgruppe so interessant, dass die Menschen von sich aus deinen Content mit ihren Freunden und Bekannten teilen.

Welchen Mehrwert kannst du liefern?

Der andere entscheidende Faktor hat auch unmittelbar mit deiner Zielgruppe zu tun. Es geht dabei um die Frage: Welchen Mehrwert kannst du deiner Leserschaft liefern?

Als Faustregel gilt: Mehrwert kommt IMMER vor Inhaltslänge. Es ist nicht die Anzahl der Wörter, die du verwendest, entscheidend, sondern das was die Menschen von deinem Beitrag im Kopf behalten. Dein Wissen, das du zur Verfügung stellst und deinen Lesern hilft unterschiedliche Bereiche ihres Lebens zu verbessern, ist der ausschlaggebende Grund für Erfolg. Übrigens, wenn du dein Wissen wirklich in einem Blog verewigst, wirst du vermutlich sowieso einen etwas längeren Text verfassen.

Aber, wenn du deine Botschaft in einem 500 Wörter Artikel perfekt rüberbringen kannst, dann schreibe auch nur 500 Wörter und fülle den Text nicht unnötig mit leeren Phrasen. Damit langweilst du nur deine Leser. Umgekehrt solltest du aber auch nicht zu “faul” sein komplexere Themen eingehend zu besprechen, auch wenn du dafür mehr Aufwand betreiben musst. Tust du es nicht kann dein Experten Status darunter leiden.

Suchmaschinenoptimierung

Ein weiterer wichtiger Grund, der  für  lange Artikel spricht, ist Suchmaschinenoptimierung. Wenn du einen Artikel schreibst, der aus mehr als 1000 Wörter besteht, steigen deine Chancen auf eine gute Suchmaschinen Platzierung deutlich.

Durch die Länge des Blogartikels bzw. das Mehr an Wörtern kann Google deinen Inhalt noch besser verstehen. Außerdem hast du mehr Möglichkeiten deine Keywords und deren Synonyme innerhalb des Textes optimal zu platzieren. Mittlerweile ist der Google-Algorithmus so gut, dass er pro Blogartikel nicht mehr nur ein einzelnes Keyword als relevant erkennt, sondern ganze Themengebiete und Fragestellungen. Das bedeutet du kannst mit einem guten Text für mehrere Begriffe Top-Platzierungen erreichen. Deshalb tendieren die meisten SEO-Experten mittlerweile zu längeren Texten.

Speziell um für Long-Tail-Keywords gelistet zu werden eignen sich längere Blogartikel hervorragend. Diese Keywords sind meist spezifischer und bewirken daher bei den Nutzern mehr Bindung zu dir und deinen Inhalten, was wieder andere positive SEO-Effekte hat (längere Verweildauer, wiederkehrende Besuche, etc.).

Übrigens detaillierte Berichte oder Anleitungen werden auch immer wieder von anderen Webseiten verlinkt. Wenn du so einen Leuchtturm-Artikel erschaffen hast kann es durchaus passieren, dass du dafür Backlinks bekommst. Auch ein wichtiger SEO-Effekt!

Die Länge eines Blogartikels und seine Social Media Beliebtheit

Bildbeschreibung: Content, Shares und Links – Buzzsumo & Moz

Bildbeschreibung: Content, Shares und Links – Buzzsumo & Moz

Die beiden Unternehmen Buzzsumo und Moz haben in einer Studie herausgefunden, dass längere Artikel häufiger auf Social Media geteilt werden. Die Studie untersuchte 489.128 Blogbeiträge, dabei wurde ein Korrelationsfaktor zwischen Blogartikel Länge und Social Media Shares abgeleitet, was zu folgendem Ergebnis führte:

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Artikel mit mehr als 1.000 Wörtern deutlich wahrscheinlicher geteilt werden, als jene unter 1.000 Wörtern. Der Unterschied in den Anteilen zwischen Kurzartikeln und langen Texten ist eklatant. Lange Artikel führen zu knapp 5-mal mehr Shares als kurze Beiträge. Übrigens, den höchsten Wert erreichen Artikel mit 1.000 – 2.000 Wörtern.

Somit liegen auch hier die positiven Aspekte von längeren Texten auf der Hand: Je mehr Shares ein Artikel bekommt, umso mehr Reichweite erzielst du damit. Das wiederum wirkt sich wieder SEO-technisch positiv aus, denn die Aufmerksamkeit der Nutzer ist für Google ein wichtiges Qualitätskriterium. Außerdem kosten dich solche Shares nichts, womit du deine Werbekosten senken kannst.

Einmalige Besucher in wiederkehrende Besucher verwandeln

Lange und detaillierte Artikel vermitteln die Botschaft: “Hier ist ein Experte am Werk, der versteht wovon er/sie spricht!” Jeder weiß, dass es viel mehr Zeit und Energie benötigt, um lange und ausführliche Artikel zu erstellen. Es ist genau dieser zusätzliche Aufwand und Mehrwert (den du konsequent liefern solltest) mit dem du bei einmaligen Besuchern im Gedächtnis bleibst.  Sie werden dich als Experten anerkennen, deine Meinung schätzen und sich auf deiner Seite immer wieder über dein Thema informieren – selbst dann, wenn du nicht bei Google weit vorne liegst.

Die optimale Länge für einen Blogartikel aus wissenschaftlicher Sicht

Laut Mike Sall, dem ehemaligen Leiter der Product Science bei Medium, sind 1.600 Wörter die beste Länge für einen Blogartikel. Umgerechnet in Minuten bedeutet das, dass ein Erwachsener mit durchschnittlicher Bildung ca. 7 Minuten für das Lesen des Textes benötigt.

Untersuchungen zeigten, dass nach 7 Minuten Lesezeit ein Punkt erreicht ist an dem ein beträchtlicher Teil der Leserschaft abspringt. Natürlich sollte Artikel in Langform dem Publikum detaillierte Informationen liefern, aber auf keinen Fall dürfen sich die Leser langweilen.Hier gilt die Faustregel: So detailliert wie nötig, aber so als möglich!

Die perfekte Blogartikel Länge

Ich habe dir gezeigt, dass die Frage: “Wie lange sollte ein Blogartikel sein”, ganz stark davon abhängt welche Ziele du verfolgst, aber auch andere Einflussfaktoren habe ich dir genannt. Bevor du dir Gedanken über die Länge deiner Blogartikel machst solltest du dir eine passende Content-Strategie zurechtlegen. Damit nimmst du schon viel Komplexität aus der Fragestellung der Artikellänge. Deine Content-Strategie berücksichtigt, welche Art von Inhalten für dein Klientel am besten ist. Daraus leitet sich wiederum ab, ob du eher auf kurze oder lange Artikel setzen solltest.

Grundsätzlich gilt: Sinnvolle Blogartikel benötigen eine gewissen Mengen “Fleisch”, sprich Text. Ohne den nötigen Tiefgang werden deine Artikel niemanden interessieren und auch Google wird dich nicht mit Top-Rankings belohnen. Trotzdem soll das Schreiben von Blogartikeln regelmäßig passieren und Spass machen, nichts ist schlechter für Content Marketing als unregelmäßige und oberflächliche Inhalte. Daher empfehle ich dir, dich an folgenden 5 Punkten zu orientieren:

    1. Schreibe niemals weniger als 500 Wörter, selbst wenn du Videos oder Infografiken einsetzt! Aber in der Regel auch nie mehr als 3.000 Wörter.
    1. 1.000 – 2.000 Wörter sind ein guter Richtwert für die Länger deiner Blogartikel, wenn du keine Videos oder Infografiken benutzt.
    1. Solltest du Beiträge mit 2.000 Wörtern oder mehr schreiben, überlege dir, ob du aus diesem einen Beitrag nicht eine Artikel-Serie aus 2-3 Teilen machen könntest? So erschaffst du mehrere Blogartikel mit einer optimalen Länge. Du bringst damit die Nutzer dazu immer wieder auf deinen Blog retour zu kommen. Außerdem müssen sich die Leser nicht übermäßig viel Zeit für jeden Beitrag nehmen, was sich positiv auf die Nutzererfahrung auswirkt.
    1. Konzentriere dich auf die konkreten Fragestellungen deiner Leser und gehe auf diese detailliert ein.
  1. Lasse alles weg, was nicht Mehrwert liefert. Passagen ohne Mehrwert sind potenzielle Absprungspunkte aus deinem Blogartikel.

Jetzt bist du an der Reihe! Hast du schon Erfahrungen mit Blogartikeln gesammelt und wenn ja welche? Ich würde mich über deine Meinung in einem Kommentar freuen!

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